Zentrale ontologische Prinzipien

IVP | 31. März 2011 | 0 Kommentare

Von Platon und Aristoteles aufwärts, hat das bipolare Konzept von Form und Materie in verschiedenen Formen als eines der wichtigsten Konzepte in der westlichen Philosophie gedient. In der Tradition des fernöstlichen Denkens, hat das bipolare Konzept von Yin und Yang gleichermaßen als zentrales Konzept seit der Antike gedient. In Vereinigungsphilosophie sind diese beiden Schlüsselbegriffe aus den Traditionen von Ost und West innerhalb eines theistischen Systems integriert. Die Vereinigungsphilosophie begreift diese beiden Arten dualer Merkmale als die Architektur, durch die die Liebe Gottes manifestiert wird und substantielle Form annimmt. Der Mensch, der in seinem Wesen als Mann und Frau existiert, wird als substantielle Verkörperung dieser polaren Prinzipien und die archetypische Modell aller Wesen in der Welt verstanden.

Die dualen Merkmale von internen Charakter und äußerer Form

Jedes Wesen wird als Gesamtgefüge mit dualen Eigenschaften von internen Charakter (kor. 性相, 성상 “Sungsang”) und äußere Form (kor. 形状, 형상 “Hyungsang”) verstanden. Der Mensch als Individuum wird als Einheit von Geist und Körper oder von geistiger und körperlicher Natur (Seele und Fleisch) gesehen. Mit anderen Worten existiert jedes Wesen als geistig-körperliche Einheit. Menschlichen Erfahrungen sind also gleichzeitig geistig und körperlich. Wenn man zum Beispiel eine Blume sieht, dann erlebt man Sinn und Werte zusammen mit der sinnlichen Wahrnehmung. Visuelle Bilder stimulieren den menschlichen Körper und so treten dann physiologischen Veränderungen im menschlichen Körper auf. Zusammen mit diesen physikalischen Phänomenen, geistige oder spirituelle Aspekte der Erfahrung, wie emotionale Gefühle, Erinnerungen, Werte, Bedeutungen und anderen assoziierten interpretierende Faktoren bilden unsere Erfahrung. Zusammen mit unseren Handlungen haben sie jedoch Auswirkungen auf die geistige Welt um uns herum. Jede einzelne Erfahrung ist eine geistige und psycho-somatische Einheit. Die Sprache wird als Einheit der Sinne und Laute oder als eine schriftliche Äußerung gesehen. Auf diese Weise bezieht sich das Prinzip der dualen Eigenschaften von internen Charakter und äußerer Form auf alle Wesen in der Welt.

Die dualen Merkmale von internen Charakter und äußerer Form manifestieren sich wie die Dualität von Spiritualität und Wirtschaft, Religion oder Werte und Wissenschaft und die geistige Welt und die körperlichen Welt. Von Fragen des persönlichen Lebens bis zu globalen Angelegenheiten, ermöglicht uns dieses Prinzip auf Phänomene aus der Sicht der Polarität in Harmonie zu sehen. Genauso wie Menschen eine interaktive Einheit von Geist und Körper sind, haben Phänomene geistige / mentale / Wert-Aspekte und physikalische / körperlichen Aspekte. Die Vereinigungsphilosophie begreift auch diese Dualität als zwischen intern und extern, unsichtbar und sichtbar.

Im menschlichen Leben existiert gegenwärtig ein ernster Konflikt zwischen den geistigen und körperlichen Aspekten. Körperliches Wünsche bzw. ein Verlangen nach Lust dominiert die spirituelle Sehnsucht nach Werten. Diese Wünsche bzw. Verlangen dominieren oft alle Angelegenheiten menschlicher Individuen, der Gesellschaft und der Welt. Die Macht der physischen Bereiche überwältigt die der spirituellen. Um die ursprüngliche Ordnung zwischen dem Geistigen und dem Körperlichen (oder Geist und Körper) wieder herzustellen, muss das Individuum, zur Verkörperung der wahren Liebe werden und die Gesellschaft muss durch die Entwicklung einer Kultur des Herzens revolutioniert werden. Die Vereinigungsphilosophie sieht die Wiederherstellung der wahren Liebe als Schlüssel für die Wiederherstellung der ursprünglichen Einheit des Geistigen und Körperlichen, oder von Geist und Körper, sowie im Individuum und der Gesellschaft.

Die dualen Merkmale von Yin und Yang

Darüber hinaus entstehen auch Wesen und finden Phänomene statt durch ein zweites Prinzip der Dualität, nämlich das Prinzip der dualen Merkmale von Yin und Yang. Menschen existieren in Paaren als Männer und Frauen. Diese von einander abhängige Dualität oder Polarität von Mann und Frau ist der Archetyp bon Yin und Yang. Wie oben beschrieben, sind die Menschen vollständigste und komplette Manifestation Gottes. Die harmonische Liebe zwischen Mann und Frau ist die höchste Form der Manifestation dieses Prinzips. Wenn Mann und Frau volle Reife durch die Verkörperung der Liebe Gottes erlangt haben, manifestiert die eheliche Liebe zwischen ihnen Gottes Liebe sowohl auf der geistigen und materiellen Ebene. Weiterhin Gottes tief greifende schöpferische Kraft ist vollständig beteiligt und schafft damit die Möglichkeit völlig neuen Lebens. Die Sexualität des Menschen ist der ursprünglich der Kanal, durch den Gottes Liebe wirkt als die Kraft neue Wesen zu erzeugen. In diesem Sinne ist die sexuelle Aktivität im ursprünglichen Ideal der Schöpfung eine mehr als eine geistige als physikalische Handlung gedacht.

So wie im Fall von Mann und Frau, bestimmt auch das Prinzip von Yin und Yang wie Wesen in der natürlichen Welt zur Existenz kommen. Die Dualität von männlich und weiblich, sowie die von positiven und negativen elektrischen Ladungen sind die Manifestation des gleichen Prinzips in der Natur.

Wie die fernöstlichen Yin-Yang-Philosophie versteht die Vereinigungsphilosophie die polaren Artikulation des Seins in der Ausdrucksweise wie hoch und niedrig, hinauf und hinunter, konvex und konkav, Licht und Schatten, Bewegung und Ruhe, dynamisch und statisch, als eine Manifestation des Yin -Yang-Prinzips. In der Vereinigungsphilosophie ist die Dualität von Mann und Frau der Archetyp der substantiellen Verwirklichung dieses Prinzips in der Welt. Dieses Prinzip soll in erster Linie die Liebe Gottes realisieren, die immer durch die schöne und manchmal leidenschaftliche Harmonisierung komplementärer Gegensätzen zur Entfaltung kommt. Obwohl alle Yin und Yang Beziehungen in der Welt nicht unbedingt offensichtlich die Liebe in expliziter Form manifestieren, so bringen sie Harmonie, welche eines der wesentlichen Merkmale der Liebe ist, zum Ausdruck. Das Prinzip von Yin und Yang ist das Prinzip der Harmonie.

Kategorie: Vereinigungsphilosophie

Kommentare (0)

Trackback URL | Kommentare RSS Feed

Es gibt noch keine Kommentare.

Schreiben Sie uns Ihre Meinung!