Visionen von Zukunft und Schicksal

IVP | 1. März 2011 | 0 Kommentare

Fragen nach dem Schicksal und dem Wissen um die Zukunft begegnen uns in spirituellen Büchern sehr häufig. Psychisch begabte Personen werfen unzweifelhaft einen flüchtigen Blick in die Zukunft, und Zeit in der Geistigen Welt ist nicht das Gleiche wie Zeit hier auf Erden. In “Ein Wanderer im Lande der Geister” wird Franchezzo zwei Mal von Ahrinziman, seinem Lehrer, darüber aufgeklärt, wie sehr die Zukunft die Gegenwart durchdringt. Das erste ist eine Beschreibung in Anlehnung an Einsteins Relativitätstheorie: In der Geistigen Welt, wo Zeit nicht nach Tagen oder Wochen gemessen oder in Stunden gezählt wird, beurteilen wir die Dauer von Ereignissen oder wann sie eintreten werden daran, wie weit entfernt sie erscheinen oder ob der Schatten des Ereignisses die Erde berührt oder noch weit von ihr entfernt ist. Dann versuchen wir so nahe wie möglich diese Entfernungen entsprechend der Zeitmessung auf Erden einzuschätzen… Aber viele Dinge mögen dazwischen kommen und das Ereignis hinauszögern, was die Zeitangaben ungenau macht. Ein Ereignis mag als sehr nahe angezeigt werden, aber auf seiner Reise zu den Sterblichen mögen Verzögerungen und Aufschübe eintreten und manchmal sogar von einer größeren Macht aus der vorgesehenen Bahn geworfen werden.

In einer weiteren Lehre hat Franchezzo eine Vision von einem “Stern des Schicksals“ (Schicksalsstern), dessen Weg den Lebenskurs einer Person bezeichnet, solange sich diese auf den Pfaden der Wahrheit und der Rechtschaffenheit bewegt. Verlässt jedoch diese Seele die Pfade der Reinheit und entwickelt ihre niedrigen statt ihre höheren Verlangen, dann mag der Stern des Schicksals dieser Person an Licht verlieren oder fahl werden….. oder sogar vergehen. In beiden dieser Lehren ist das Schicksal der Person auf Erden in der Geistigen Welt bereits prädestiniert (vorherbestimmt), aber die Einzelperson besitzt ihren freien Willen sich vom Pfad des Schicksals zu entfernen und auf diese Weise die Verwirklichung hinauszuschieben oder sogar zu verhindern.

Diese Lehre aus “Ein Wanderer im Lande der Geister” stimmt ganz deutlich mit der Doktrin der Vereinigungstheologie von der Prädestination in Abhängigkeit mit der persönlichen Verantwortung des Menschen überein. Wie steht es dann um die Doktrin der Präexistenz in Eadies Vision? Vielleicht machte Eadie einen flüchtigen Blick in ein entferntes Land, das die Zukunft ist, und die gereiften Geister, die sie dort sah, stammten in Wirklichkeit aus diesem prädestinierten zukünftigen Königreich, in dem alle Seelen ihre gottbestimmte Vollkommenheit erreichen. Oder vielleicht waren diese Geister astrale Manifestationen, Symbole ihrer zukünftigen Schicksale. Dies könnte ihre Krankenbett Vision von einem jungen Kind in Ballerina Pose erklären, die Jahre später in der Person ihrer adoptierten Tochter Betty Jean realisiert wurde. Da aber andererseits ihr Geist von den Gedanken erleuchtet wurde und sie sich als einer von zahllosen Geistern sah, die vom Anfang der Zeit an präsent waren und bei der Erschaffung der Welt assistierten, können wir annehmen, dass sie flüchtig ihren Ursprung erblickte, nämlich als eines von zahllosen individuellen Vorstellungsbildern in Gott, wie das in der Vereinigungslehre dargelegt wird.

Eadie neigt dazu an Satan und den Fall zu glauben und so empfängt sie Antworten auf diese Fragen. Sie erfährt, dass Adam in seiner Lage zu sehr mit ihm selbst zufrieden war, während Eva ruhelos war und so sehnlich Mutter werden wollte, dass sie dafür den Tod riskierte. Sie erkannte, dass Frauen eine Emotionalstruktur besitzen, die ihnen eine besonders enge Beziehung zu Gott ermöglicht. Obwohl sie in einem Satz dem Mormonendogma entsprechend berichtet, dass Eva den Fall als eine bewusste Entscheidung wählte, nämlich um Bedingungen für die eigene Entwicklung, eine Art offelix culpa, herbeizuführen, beschreibt sie zwei Absätze später, wie Satan die Frau versucht und schließlich die Familie zerstört: “Ich sah, dass er die gleiche Methode der Versuchung in der Welt benutze, die er im Garten Eden anwandte. Er suchte die Familien und die Menschheit zu zerstören, indem er die Frau versuchte. Das wunderte mich, aber ich wusste, dass es wahr war. Er attackierte die Frauen durch ihre Unruhe, indem er die Stärke ihrer Emotionen benutzte – die gleichen Emotionen, die Eva die Kraft gaben, sich zu bewegen, während Adam mit seiner Situation überaus zufrieden war. Es war mir klar, dass er (Satan) die Beziehung zwischen Mann und Frau attackieren und sie einander entfernen würde, um mittels der Anziehung von Sex und Gier ihr Heim zu zerstören…….“ Es wird gesagt, dass, wenn Satan einmal die Frau besitzt, der Mann leicht folgen werde.

Es ist schwierig diese Wahrheit mit der Doktrin in Einklang zu bringen, dass Eva den Fall selbst wählte “um die Bedingungen für ihre eigene Entwicklung” herbeizuführen. Ist Satan, der Zerstörer der Menschheit, zugleich ein göttlicher Gesandter, dessen Versuchung es für Eva erst ermöglichte sich zu entwickeln? Ist Böse daher Gut? Ist Lust, die den Geist erstickt und dessen Wachstum hemmt, gleichzeitig notwendig für das Wachstum? Der Fall führte zu einer enormen Leidenslast für die Menschheit, wie könnte er dann als Teil des ursprünglichen Planes Gottes eingestuft werden? Die zweite Offenbarung für sich jedoch, die über die Mormonen Doktrin hinausgeht, ist verblüffend exakt. Diese Vermutung passt auch zu Lees Interview mit Adam und Eva .

Kategorie: Geistige Welt, Themen

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