Visionen der Geistigen Welt

IVP | 25. März 2011 | 0 Kommentare

Sang Hun Lee’s „Das Leben in der Geistigen Welt und auf Erden“ in vergleichender Gegenüberstellung mit ähnlichen Berichten

Dr. Andrew Wilson
Ins Deutsche übertragen von Johannes Stampf

INHALT
Einführung des Übersetzers:

Dr. Andrew Wilson, der das 1998 erschienene Buch von Dr. Sang Hun Lee aus der Geistigen Welt mit dem Titel „Das Leben in der Geistigen Welt und auf Erden“ vier ausgewählten „Klassikern“ von Büchern aus der und über die Geistige Welt gegenüberstellt und deren „Visionen“ miteinander vergleicht, ist ein Kenner der Materie im doppelten Sinn. Erstens hat er sich als Fachmann mit diesem Thema sehr umfassend beschäftigt und zweitens ist er der Herausgeber von „World Scripture“, einer Anthologie, in der er die Heiligen Schriften der Weltreligionen selbst Auskunft über die wesentlichsten Themen des Lebens auf Erden und darüber hinaus geben lässt. “World Scripture” existiert in deutscher Übersetzung leider noch nicht. Jedoch ist das englische Original zu einem vielbeachteten Klassiker in der Fachwelt und für den interessierten Laien geworden, sowohl was das Verstehen der einzelnen Religionen als auch das Verständnis unter oder zwischen den Religionen betrifft. In ähnlichem Stil stellt er auch hier die Visionen dieser fünf Bücher nebeneinander.

Wilson ist Unifikationist und als solcher in der Vereinigungslehre bestens bewandert. Er lehrt am Vereinigungstheologischen Seminar (UTS) in den USA und arbeitet selbst äußerst aktiv mit geistlichen Führern der unterschiedlichsten Religionen für Harmonie und Vereinigung zusammen. Seine vorliegende Darstellung ist ein weiteres, wenn auch viel kürzeres Meisterwerk, das anhand der fünf darin besprochenen Bücher auch dem Laien einen sehr umsichtigen Einstieg in das Thema „Leben nach dem Tod“ und „Der Wert des Erdenlebens in Bezug auf die Ewigkeit“ zu vermitteln vermag.

Dem interessierten Leser kann dieses Werk nur wärmstens empfohlen werden, weil es die Sicht nicht auf die eines einzelnen „Sehers“ einengt, sondern in einer leicht verständlichen Form einen weitreichenden Überblick über die Geistige Welt und das Leben dort vermittelt.

Wenn beispielsweise ein Philosophiestudent, ein Kranführer, ein Theologieprofessor, ein Gärtner, eine Mutter mit ihrem Kind und ein Botaniker einen Botanischen Garten besuchen, wird jeder von ihnen sehr individuelle Eindrücke von diesem Garten mitnehmen und unterschiedliches dort erleben. Würde jede dieser Personen einen anschließenden Bericht verfassen, so würden diese Berichte sicherlich sehr unterschiedlich ausfallen obwohl alle den selben Garten beschreiben.

Ähnlich können wir uns auch die Botschaften, Berichte und Beschreibungen von Personen aus der und über die Geistige Welt vorstellen. Da sind erstens die, die nach ihrem Tod auf Erden aus der Geistigen Welt Nachrichten in unsere Welt übermitteln, in denen sie berichten, was sie dort sehen und erleben. Sie berichten natürlich von dem Bereich, in dem sie sich befinden. Andererseits sagen sie meist so gut wie nichts über Bereiche, die ihnen unzugänglich sind. Zusätzlich kommt es hier auch noch auf das „Medium“ an, also auf die Person, die diesen Bericht empfängt und weitergibt. Dieses Medium schreibt Begebenheiten und Eindrücke nieder, die es nicht selbst sondern ein anderer erlebt hat, der ihm diese nur berichtet. Und schließlich ist da noch der Leser, der in einer bestimmten Gemütsverfassung, mit einem bestimmten Erfahrungsschatz und mit einem bestimmten Weltbild diese Berichte liest und sich in seiner Vorstellung ein Bild von dem zu machen versucht, was der ursprüngliche Berichterstatter in einer dem Leser unbekannten Welt gesehen und erlebt haben mag. Der Leser kann jedoch, wenn ihm etwas unklar erscheint, und das erschwert die Sache zusätzlich, nicht beim Berichtgeber nachfragen, sondern muss sich von dem, was er zu verstehen vermag, ein Bild machen – ein Bild, in dem gezwungenermaßen auch für alle Lücken und ungeklärten Fragen Platz sein muss. Diese Lücken sind dann vollkommen hilflos der Interpretation und der Phantasie des Einzelnen ausgeliefert. Und es wird auch oft einfach eifrig drauf los interpretiert, denn wer möchte schon ein Bild mit kleinen oder gar großen Löchern darin?

Dann sind da jene, die selbst für eine kurze Zeit im Zuge einer sogenannten „Nahtodeserfahrung“ einen Blick in die Welt nach diesem Erdenleben geworfen haben. Diese Personen kann man im Unterschied zu den bereits „endgültig verstorbenen“ Berichterstattern, fragen, wenn etwas unklar ist. Sie können Interviews geben und Reportern Rede und Antwort stehen. Aber auch sie können nur von dem Teilbereich berichten, den sie in ihrer kurzen Abwesenheit von der Erde erlebt haben.

Alle diese Berichte und Erfahrungen sind, wie andere Erlebnisse auch, natürlich in jeder Weise sehr individuell. Sie gleichen einander in einigen Punkten, unterscheiden sich aber manchmal dramatisch in anderen. So kommt es vor, dass jemand einen oder mehrere sehr ähnliche Berichte liest und sich ein mehr oder weniger homogenes Bild vom Leben nach dem Tod macht, von dem er annimmt, es sei das richtige. Liest diese Person aber später Berichte, die sich von den bereits bekannten deutlich unterscheiden oder gar gegensätzliche Aussagen enthalten, mag in ihr die Verwirrung zunehmen. Das kann so weit gehen, dass sie am Ende nicht mehr weiß, was nun tatsächlich stimmt und was nicht. Einer dieser Konfliktpunkte kann beispielsweise der Glaube an die Reinkarnation (Wiedergeburt) sein, der im Licht einiger Berichte sehr einleuchtend erscheinen mag. Ein anderer Konfliktpunkt könnte sein, dass das Leben nach dem Tod sogar von Selbstmördern so schön empfunden wird, dass diese nicht wieder in diese Jammertal-Welt zurückkehren möchten und der Tod für sie eine wirkliche Erlösung darstellt. Dann aber gibt es auch gegensätzliche Berichte, die beispielsweise sagen mögen, dass die Reinkarnation eine missverstandene Interpretation der Beziehungen zwischen Erdenwelt und Geistiger Welt ist, und dass Selbstmörder in sehr finsteren, bedrückenden, eingeengten und unfreien Bereichen in der Geistigen Welt weiterleben. Was stimmt nun? Was ist Realität? Schafft sich jeder seine eigene Wirklichkeit? Gibt es Gesetzmäßigkeiten, die für alle die gleiche Gültigkeit haben?

In diesem Zusammenhang kann die vergleichende Darstellung von Dr. Wilson, obwohl sie sich in direkter Form vor allem an die Vereinigungsmitglieder wendet, eine sehr weitreichende Bedeutung haben. Er beschreibt in seiner einzigartigen Studie fünf sehr sorgsam ausgewählte Berichte, die er nüchtern so nebeneinander stellt, dass sie ein sehr weites Spektrum der Gesamtheit der Geistigen Welt erschließen helfen – von den höchsten Ebenen des Paradieses, wo einer der Berichterstatter mit Jesus und sogar mit Gott zusammentrifft bis hinunter zur tiefsten Hölle von Hitler, Stalin und Co.

Der Leser kann sich durch diese Studie angeregt fühlen mindestens fünf repräsentative Bücher über das Leben in der Geistigen Welt zu studieren und er wird selbst merken, wie sich sein Bild von dem, was nach diesem Leben sein wird, zu einem Ganzen zusammenfügt. Nicht nur das Trennende sondern vor allem das Verbindende und das einander Ergänzende stellt Wilson in den Vordergrund. Er führt den Leser zu einem sehr breiten Verständnis und beugt auf diese Weise engstirnigen und einseitigen Interpretationen vor.

Ich wünsche dem Leser einen klaren Blick für das Wesentliche, denn die Weiten und Vielfältigkeiten der Geistigen Welt mit der Beengtheit unserer physischen Sinne und noch dazu von der materiellen Welt aus zu erfassen, ist sicherlich keine einfache Sache. Wenn aber unser zeitlich begrenztes Erdenleben in ähnlicher Weise als Vorbereitung auf die ewige Welt dient wie die embryonale Entwicklung während der Schwangerschaft auf das Leben nach der Geburt, dann ist die Beschäftigung mit der nächsten Welt nicht nur wichtig sondern entscheidend. Wenn in der embryonalen Entwicklung während der Schwangerschaft ein oder mehrere Körperteile oder Sinnesorgane nicht richtig ausgebildet werden, dann kann dieser Mensch ein Leben lang behindert sein. Er kann aber – einmal geboren – nicht wieder in den Mutterschoß zurück, um die versäumte Entwicklung nachzuholen. Wenn Ähnliches auch für das Erdenleben in Bezug auf die Welt danach gilt, dann sollten wir jetzt schon dafür Sorge tragen, uns für das Leben in der Geistigen Welt fit zu machen und uns auf die Dinge konzentrieren, die wir mitnehmen können, und das sind bei näherem Hinsehen gar nicht so weinige.

Johannes Stampf, im August 2002

 

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Kategorie: Aktuell, Geistige Welt, Themen

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