Sang Hun Lee’s „Das Leben in der Geistigen Welt und auf Erden“

IVP | 28. März 2011 | 0 Kommentare

In vergleichender Gegenüberstellung mit ähnlichen Berichten

1. Die Voreingenommenheit durch religiösen Glauben

Alle fünf Bücher überbringen dem Leser an der irdischen Seite des Grabes eine Botschaft; und das ist in der Tat auch ihr gemeinsamer Hauptzweck. Sie sind mehr als nur Reiseberichte, sie haben teilweise auch lehrenden Charakter. Aber es sind Unterschiede in ihren Lehren feststellbar, von denen einige den unterschiedlichen Religionsbekenntnissen der Autoren oder der Medien zugeschrieben werden können. Auch ob der Autor oder das Medium männlich oder weiblich ist oder aus dem Osten oder dem Westen kommt, beeinflusst die Stimmungslage der Offenbarungen. Für eine kritische Evaluierung der Berichte ist es daher notwendig, die Glaubenshaltung und die Vorbedingungen einzubeziehen, welche die Berichte gefärbt haben mögen.

Wir wissen, dass Offenbarungen niemals in reiner Form geschehen. Das menschliche Herz, dem die Offenbarung gegeben wird, ist niemals ein reiner Auffangbehälter. Das Empfangen einer Offenbarung ist gefärbt vom Charakter und vom Glauben des menschlichen Empfängers. Da die Qualität des Lebens in der Geistigen Welt so sehr vom Denken bestimmt wird, sind naturgemäß auch die verschiedensten Erlebnisse ihrer Bewohner gefärbt. Zwei Besucher im gleichen Bereich in der Geistigen Welt mögen unterschiedliche Dinge sehen oder hören. Das Prinzip sagt: “Auch wenn geistig sensible Menschen mit der Geistigen Welt in Kontakt sind, variieren ihre Umstände, ihre Positionen und ihre individuelle Persönlichkeit. Ihr Intellekt und ihre Spiritualität befinden sich auf unterschiedlichen Ebenen und sie werden die Geistige Welt auf verschiedene Art wahrnehmen.

Um klären zu können, wie der religiöse Glaube der Autoren deren Berichte beeinflusst haben mag, halten wir bei einigen von ihnen eine Verbindung zu Spiritualismus oder zur wissenschaftlichen Psychologie fest. Von Swedenborg bis zum modernen Spiritualismus misstrauten die Menschen, die sich zur Beschäftigung mit diesen Dingen hingezogen fühlten, den konventionellen kirchlichen Lehren. Sie sind oft begeistert und holen sich ihr Verständnis über die Realität aus östlichen und westlichen Quellen. Könnte das mit ein Grund sein, warum die Hauptfiguren in “Das Leben in der unsichtbaren Welt” und “Ein Wanderer im Lande der Geister” Lehrer aus dem Osten wie Ahrinziman oder den Chaldäer treffen, niemals aber mit Jesus oder christlichen Heiligen Kontakt haben? Andererseits ist Lee von seinem Glauben her Vereinigungsmitglied (Unifikationist). Zusätzlich zu dem was eindeutig als Vereinigungstheologie erkennbar ist, trifft er Personen, die in den Erzählungen der Vereinigungsbewegung wichtig sind: biblische Persönlichkeiten wie Adam und Eva, Noah, Abraham, Jesus und Maria aber genau so Führer der kommunistischen Welt und koreanische Christen, die Reverend Moons Sendungsauftrag behindert haben. Eadie hingegen behauptet in “Licht am Ende des Lebens” keine Verbindung zum Spiritualismus und zu vorgefassten Ideen über das Leben danach zu haben. Sie beschreibt sich als Christin, die durch Erfahrungen in zahlreichen christlichen Kirchen zu einem korrekten Verständnis über Gott kommen wollte. Von Quellen außerhalb jedoch erfahren wir von ihrer Zugehörigkeit zur Kirche der Heiligen der Letzten Tage – bekannt als Mormonen – und in der Tat färbt die Theologie der Mormonen zahlreiche Seiten ihres Buches.

Kategorie: Themen

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