Swedenborgs bahnbrechende Vision

IVP | 23. Februar 2011 | 0 Kommentare

Emanuel Swedenborg war ein Pionier der wissenschaftlichen Beschreibung der Geistigen Welt. Begabt mit außergewöhnlicher Klarheit war er fähig viel Weizen von der Spreu zu trennen. Das “Göttliche Prinzip” nennt ihn beim Namen und erwähnt ihn für drei bedeutende Beiträge: Erstens hatten seine Lehren trotz deren Missbilligung durch die etablierten Kirchen einen weitreichenden Einfluss auf die moderne religiöse Denkweise. Zweitens entsprechen seine Lehren, die zahlreiche bis dahin unbekannte Geheimnisse des Lebens nach dem Tod lüfteten, weitgehend der Wahrheit. Drittens spielte er eine signifikante Rolle in Gottes Vorsehung, um den christlichen Glauben vom rationalen Festhalten an Doktrinen auf eine höhere Stufe innerer, experimenteller Beziehung zu Gott und der Geistigen Welt zu heben.

Swedenborgs Theologie weicht in einigen ihrer Kernlehren stark von der Vereinigungstheologie ab. Ihm fehlt jedes Verständnis für eine Vorsehung der Wiederherstellung. Er hat kein Konzept vom Fall des Menschen und er verneint die Existenz Satans. Er hält nach einem neuen Jerusalem im Himmel Ausschau, während die Vereinigungslehre lehrt, dass ein Himmelreich in der Geistigen Welt zuerst auf Erden errichtet werden muss. Was aber seine Lehren über die Geistige Welt betrifft fallen die Übereinstimmungen stark ins Auge.

Gemeinsam mit den anderen Berichten, die wir hier besprechen, betonte Swedenborg die Substantialität des Geistes. Nach ihrem Tod besitzt eine Person weiterhin alle ihre Sinne, alle Erinnerungen und alle Neigungen. Er sagte, die Engel im Himmel (mit Engel meinte er hauptsächlich gute Geistmenschen) sind schön in Erscheinung und Statur und reflektieren ihre innere Weisheit und Liebe, während die Insassen der Hölle als Monster erscheinen. Er lehrte, dass die Qualität des eigenen Erdenlebens das Schicksal im nächsten Leben entscheidet. In dem Ausmaß, in dem eine Person das Gute und die Wahrheit möchte und tut….. in diesem Ausmaß hat sie den Himmel (bereits) in sich.

Swedenborg beschrieb den Himmel bestehend aus zwei Reichen, jedes mit drei Ebenen. Innerhalb jeder Ebene befinden sich himmlische Sozialgesellschaften abgegrenzt in Religionen, Nationalitäten und anderen Gemeinsamkeiten, die auf Erden eine Rolle spielen. Es gibt auch zahlreiche Ebenen und Bereiche innerhalb der Hölle. Er sagte, dass Gott niemanden in die Hölle wirft. Nach dem Tod wählt der Geist selbst sein Leben im Himmel oder in der Hölle, wie es ihm beliebt. Ein böser Geist findet die Liebe Gottes unerträglich und bevorzugt die Gemeinschaft mit Geistern seiner Art. So wandert er aus freiem Willen in die Hölle.

Der Himmel ist gefüllt mit Menschen aller Glaubensrichtungen und in der Hölle ist es ebenso. In einem früheren Bericht über die Geistige Welt, den Dr. Lee vor seinem Tod gab, gibt er eine ähnliche Sicht wieder: Zahlreiche gute Christen wohnen im Paradies, sowie zahlreiche Nicht-Christen mit vergleichbarer Güte, Wahrhaftigkeit und Mitgefühl….. Wie ein frommer Christ im Glauben an Jesus lebt, gibt es in jeder Religion Gläubige, die sich Gott in vergleichbarer Ernsthaftigkeit hingeben, auch wenn sie Gott mit anderen Namen nennen wie Allah, Krishna, Buddha, das essenzielle Selbst oder die letzte Ursache. Sucher und rechtschaffene Nichtgläubige, die ihre Hingabe an die Wahrheit und Rechtschaffenheit über die weltlichen Dinge stellen, können die gleiche hohe Ebene der Spiritualität erreichen und verdienen das Paradies.

Swedenborg stellte die Trennlinie zwischen Himmel und Hölle folgendermaßen dar: Diejenigen, die ihren Geist auf die Grundsätze des Himmels ausrichten und zum Wohle anderer leben, gehen in den Himmel, andererseits gehen diejenigen, die ihre Aufmerksamkeit auf die Erde richten und ein selbstzentriertes Leben führen in die Hölle. Pietät und Wohltätigkeit müssen eine Einheit bilden. Er kritisierte die, die nur Lippenbekenntnisse für das Christentum abgaben, die lehrten, dass sie durch den Dienst in der Kirche und den Glauben an Jesus automatisch in den Himmel gelangen werden, während ihr Gemüt mit der Eigenliebe beschäftigt war.

Swedenborg klärt uns auch über geistige Beeinflussung auf. Irdische Menschen werden sowohl von guten Engeln als von bösen Geistern beeinflusst, die in ihre Körper und ihre Geister eindringen und diese nach ihren eigenen Verlangen lenken können. Wir sind immer selbst dafür verantwortlich das Böse zurückzuweisen und uns an das Gute zu halten. In diesem Licht betrachtete er die Doktrin der Reinkarnation als eine falsche Sicht, als eine Fehlinterpretation der Arbeit besitzergreifender Geister. Er stellt sich somit in diesem Punkt der Auseinandersetzung zwischen den New Age und den spiritualistischen Gemeinschaften auf die Seite der Christen (und der Vereinigungstheologie).

Kategorie: Geistige Welt, Themen

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