Herrschaftsbereiche des Bösen und geistige Beeinflussung

IVP | 25. Februar 2011 | 0 Kommentare

Wie Franchezzo besuchte auch Lee Insassen der Hölle, und so ist es sehr aufschlussreich, deren Berichte gegenüberzustellen. Als Lee Stalin besuchte, fand er ihn in einer Gegend, in der er noch immer als König lebte. Auch wenn die Häuser dort wie schäbige Schuppen waren und eine Atmosphäre der Unterdrückung herrschte, verehrten ihn seine Nachfolger noch immer als ihren Herrn. Seine Wachen bewachten ihn lückenlos und gut. Aber trotz allem fühlte sich Stalin elend und verbrachte viel Zeit in Abgeschiedenheit. Auf einer von Franchezzos Reisen in die Hölle traf er einen italienischen Prinzen, seinen berühmtesten Vorfahren, der einst mit absolutistischer Macht über die Stadt Rom herrschte. Auch in der Hölle saß er noch auf seinem Thron, lebte in einem selbstgeformten Schloss mit Dienern und Günstlingen unter ihm. Während Stalin vor der Reinheit und der göttlichen Liebe Lees demütig wurde, sonnte sich der Prinz in seinen Intrigen und herrschte wie damals auf der Erde, und er versuchte sogar Franchezzo mit seinen Plänen zu umgarnen. Die Begegnung diente allerdings dazu die Intrigen als böse darzustellen. Durch diesen Vergleich wird sichtbar, dass Könige auf Erden eine bestimmte lächerliche Autorität in der Geistigen Welt ausüben können. Franchezzos Bericht über sein Treffen mit diesem römischen Prinzen kann mit Lees Treffen mit Stalin verglichen werden. Was aus meiner Sicht bei Stalin überraschend auffällt, ist, dass er Lee gegenüber so bereitwillig sein Herz öffnete und demütig und reuevoll wurde.

Während Lee Stalin besuchte, hielten ihn einige von Stalins Bewachern fest und bedrohten ihn indem sie sagten, dass er, wenn er sich erlauben sollte nochmals zu kommen, mit “ernsten Gefahren” zu rechnen habe. Wie kann ein Geist, der ewig und unverderblich ist, mit einer Gefahr bedroht werden? Wir entnehmen Franchezzos Bericht von seiner Reise in die Hölle, dass er dort zahlreichen Gefahren ausgesetzt war. Bei seinem Besuch bei dem Prinzen wäre er fast gefangengenommen und in ein tiefes Loch geworfen worden, hätte ihn nicht ein Gefährte, indem er ihm eine Lebensleine zuwarf, gerettet. Wenn himmlische Besucher in einer niedrigeren Ebene die magnetische Energie der niedrigen Bereiche annehmen, so scheint es, dass diese in die Fallen machtvoller Wesen dieser Bereiche geraten können. Wie Franchezzo selbst erlebt, ist sogar ein himmlischer Besucher mit einer starken Entschlossenheit Gefahren ausgesetzt, wenn er in ein Geben und Nehmen mit höllischen Elementen tritt, etwa wenn er deren Essen oder Trinken zu sich nimmt, sich seiner eigenen Vergangenheit besinnt und ihr nachhängt, oder auch durch eine Verbindung der Blutslinie. Am zerstörerischsten sind die Erinnerungen des Besuchers an die eigenen Sünden und Gelüste. Werden diese durch ein höllisches Wesen in der Erinnerung wachgerufen, so können sie sogar den stärksten Entschluss schwächen.

Lee beschreibt, wie sündige Geister den Menschen auf der Erde, die mit ihnen in Blutsverwandtschaft oder in einer anderen Beziehung stehen, Signale zusenden und auf diese Weise Missgeschicke, Krankheiten und kriminelle Handlungen verursachen. Unglück kommt über sie, ohne dass sie sich der geistigen Ursachen bewusst sind. Solch anzestrale (vorfahrenbedingte) Beeinflussungen sind sehr vielfältig und äußerst raffiniert angelegt. Als Franchezzo den römischen Prinz traf, wurden ihm zahlreiche Situationen bewusst, wo der böse Vorfahr ihn in seinem eigenen Leben beeinflusst hatte – hauptsächlich in Richtung Stolz, Arroganz und seinem Durst nach Macht. Er zeigt auf, wie sein Vorfahr versuchte, ihn nach seinem eigenen arroganten Bild zu formen: “Als ich die größte Ambition und das stolze Verlangen verspürte mich zu erheben und mich nochmals mit den Großen der Erde zusammenzuschließen, wie das meine Vorfahren in der Vergangenheit getan haben, übertrug er mir Macht und nährte und förderte meinen Stolz und meine Überheblichkeit, damit diese den seinen sehr ähnlich wurden. Und er sagte mir, dass er mich veranlasste so zu leben und diese Taten zu begehen, für die ich mich jetzt am meisten schäme – Taten für die ich mein Leben gegeben hätte sie ungeschehen zu machen, nachdem ich sie begangen hatte. Und er war es, der sagte, er habe von Zeit zu Zeit versucht mich in der Welt zu erziehen, bis ich irgendeine Macht ergreifen und halten könne.”

Das ist nur einer der Einblicke, die “Ein Wanderer im Lande der Geister” in die Natur der geistigen Ketten der Sünde gibt, welche die Menschen fesseln und nach unten ziehen.

Kategorie: Geistige Welt, Themen

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