Ursache der Konflikte und Kriege

IVP | 30. Januar 2011 | 0 Kommentare

Bevor wir das Problem der Realisierung des Friedens behandeln, müssen wir uns zuerst mit der Ursache der Konflikte und Kriege beschäftigen. Ohne eine vollständige Erklärung über die grundlegenden Ursachen aller Auseinandersetzungen werden wir den erwünschten Frieden nie erreichen können. Nur den Zustand von Konfliktvermeidung, Abwesenheit von Krieg durch von Menschen geschaffene und definierte Gesetze und Vereinbarungen reichen nicht aus und schützen uns noch lange nicht davor. Denn die Geschichte lehrt uns die reale Praxis, wie schnell diese gebrochen und übergangen worden sind und immer noch nicht eingehalten werden.

Auch dem deutschen Philosophen Emmanuel Kant lag der Gedanke eines Völkerbundes und ewigen Frieden sehr am Herzen, dass er ihn in dem philosophischen Entwurf „Zum Ewigen Frieden“ in der Metaphysik der Sitten, in seiner Rechtslehre die Begründung eines dauernden Friedenszustandes formulierte. Aber diese bezog sich eben eher auf externe Bedingung zwischenstaatlicher Regelungen. Solange sich die Menschen daran hielten, konnten sie zu einem gewissen Ausmaß Frieden erleben. Und wenn sich jeder Mensch an seinen Grundsatz der praktischen Vernunft: „Handle so, dass dein Willensvorhaben jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne“, würde es in dieser Welt keine Kriege geben. Denn wer will schon einen Krieg? Schon für Konfuzius lautete die „Goldene Regel“ des menschlichen Verhaltens, die er als vollkommene Tugend ansah und bei vielen Völkern wiederkehrt; „Was du selbst nicht wünschst, tu nicht den andern an!“
All die unzähligen von Menschen geschaffenen Gesetze dienen scheinbar in erster Linie, um Konflikte zu verhindern. Sie haben eher unser Leben verkompliziert und uns immer mehr in unserer Freiheit eingeschränkt. Außerdem haben sie auch meist nur eine relative Gültigkeit. Erst ein Zusammenleben, das durch das universelle, himmlische Gesetz geregelt wird und für alle Menschen ewige Gültigkeit besitzt, wird den ewigen Weltfrieden garantieren.

Es gilt zu klären, ob diese Konflikte ein essenzieller Bestandteil des menschlichen Lebens sind und ob der Ausgangspunkt der menschlichen Existenz bereits an einem Urkonflikt verankert ist? Wenn ja, dann wären alle unsere Bemühungen Frieden zu schaffen zum Scheitern verurteilt. Gibt es aber ein konfliktloses, ursprüngliches Ideal, dann haben wir die große Hoffnung, dass wir es eines Tages erreichen und den lang ersehnten Frieden herbeiführen können.

Ein kranker Mensch kann nur geheilt werden, wenn wir seinen ursprünglichen Gesundheitszustand kennen. Genauso können wir den innerlichen und äußerlichen Heilungsprozess des menschlichen Lebens nur zu einem Erfolg verhelfen, wenn wir das ursprüngliche Ideal des Menschen kennen.
Die Theorie der ursprünglichen menschlichen Natur der Vereinigungsphilosphie vertritt den Standpunkt, dass der Mensch seit Beginn seiner Geschichte aufgrund der Trennung zu seinem Ursprung sein ursprüngliches Selbst verloren hat und somit hat er auch die Fähigkeit verloren, seine ursprüngliche Natur und die ursprüngliche ideale Welt zu verwirklichen.

Ich erinnere mich noch gut an eine Vorlesung über Epistemologie eines Koreanischen Professors, der das Buch über die Erkenntnismethode der Wahrheit des Philosophieprofessors an der Universität München, Alexander Varga von Kibed ins Koreanische übersetzte und daraus folgendes zitierte: „Die Geschichte vom Paradies, wo der erste Mensch lebte, enthält eine tiefe Wahrheit. Bevor der Mensch von der Frucht des Baumes der Erkenntnis gegessen hatte, lebte er in der Wahrheit mit Gott, er hatte etwas, das durch den Sündenfall verloren gegangen ist. Durch den Südenfall wurde der Mensch ein Suchender, der die Wahrheit sucht, während er vor dem Sündenfall nicht Suchender war, sondern in der Wahrheit existierte. Durch den Sündenfall begann eine unheilvolle Entwicklung, die die Menschheit mit Vernichtung bedroht, denn der Motor dieser Entwicklung ist die isolierte, eigenmächtige Vernunft, die das Heil nicht sieht und das Heil nicht bringen kann.“

So kultivierte der Mensch eine auf sich Selbstbezogene Natur, eine egozentrische Natur und so kam es zur widersprüchlichen Natur im Menschen. Es kam zu einer Umkehrung der ursprünglichen Ordnung. Zu einer Verdrehung der Geist-Körper-Beziehung. Der Gesamtzweck wurde dem Individualzweck untergeordnet. Es war die Geburt des Geist-Körper-Konflikts, der tragische Beginn einer leidvollen Menschheitsgeschichte, an deren Folgen wir heute noch zu kämpfen haben.

Der indianische Friedensprophet Arhomyus az Zylawinos sagt dazu in seiner Friedensbotschaft: „Da der Mensch mit sehr starker weltlicher Imagination gebunden ist, gerät er ständig in Konflikt mit seinem Geist und Körper, was seine eigene Friedensphilosophie, die in seiner Seele lebt, blockiert.“ „Solange der Mensch noch Konflikte mit sich persönlich hat, Konflikte zwischen Geist und Körper, kann er die Friedensphilosophie nicht erreichen.“

Auch der Apostel Paulus bringt im Römer 7,22-24 seine Klage zum Ausdruck: “Denn in meinem Innern freue ich mich am Gesetz Gottes; ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das mit dem Gesetz meiner Vernunft im Streit liegt und mich gefangen hält im Gesetz der Sünde, von dem meine Glieder beherrscht werden. Ich unglücklicher Mensch!” Selbst Gautama Buddha hat seine weltliche Position aufgegeben, um Antworten auf Fragen zu finden, warum der Mensch mit Leidem verbunden ist. Und so könnte man noch unzählige Beispiele aufzählen, die diesen Widerspruch im Menschen, den Konflikt zwischen seinem Geist und Körper zum Ausdruck bringen.

Kategorie: Friedensphilosophie, Themen

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